3. SICHERE UND PFLEGLICHE HOLZERNTE
3.2 HOLZERNTE - FOKUS "NEUE" NACHHALTIGKEIT

Punkt:

3.2.2 Umsetzung der Richtlinie zu Nährstoffnachhaltigkeit in Rheinland-Pfalz

Erläuterung:

Im Rahmen der Vermeidung fossiler Energieträger hat die Verwendung von Holz als CO2 neutraler Energieträger in Deutschland im letzten Jahrzehnt eine beträchtliche Renaissance erfahren, dies hat auch zu einer Intensivierung der forstlichen Nutzung von bisher wenig nachgefragten Koppelprodukten geführt.

Diese vermehrte Nutzung von forstlicher Biomasse und Holz verbessert die ökonomische Situation der Forstbetriebe und trägt zur Versorgung der Wirtschaft mit einem nahezu klimaneutralen Rohstoff bei. Wälder stocken aber sehr oft auf den ärmeren Standorten und dadurch sind bestimmte Waldareale gegenüber übermäßigen, nutzungsabhängigen Nährstoffexporten sensibel. Darum muss eine standortsspezifische und bestockungsabhängige Abwägung zwischen der Ausschöpfung des Nutzungspotenzials und der Gewährleistung der Nährstoffnachhaltigkeit erfolgen.

Die Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft in Trippstadt, widmet sich dem Thema „Nährstoffnachhaltigkeit bei der Holzernte“ seit 2001.  Im Rahmen verschiedener langjähriger Kooperationsprojekte konnte aus der breiten Datenbasis ein Entscheidungsunterstützungssystem entwickelt werden. Dieses System beurteilt die Vulnerabilität (Verletzlichkeit mit dauerhafter Einschränkung z.B. der Wuchsleistung) eines Waldortes gegenüber den Nährstoffentzügen durch den Grad der Holznutzung, in fünf Stufen von sehr gering bis sehr hoch.

An diese fünf Stufen werden jeweils Vorgaben für den Nährstoffverbleib durch Nutzungseinschränk-ung auf der Fläche gekoppelt, diese reichen von einer eingeschränkten Vollbaumnutzung bis zu einem BHD oder/und Zopf begrenzten Nutzungsverzicht. Diese Maßnahmenbündel und eine auf die Netto-Säurebelastung kompensatorisch ausgerichtete Empfehlung für eine Bodenschutzkalkung werden der forstlichen Praxis, über alle Waldbesitzarten hinweg, kartenbasiert zur Verfügung gestellt.

An dem Exkursionspunkt mit der Systembeurteilung „Vulnerabilität sehr hoch“ werden die Restriktionen an einer bereits durchgeführte Hiebsmaßnahme in einem Mischbestand gezeigt und diskutiert.

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Das Exkursionsbild stellt vor:

Landesforsten Rheinland-Pfalz

Julius Schuck, Trippstadt

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