3. SICHERE UND PFLEGLICHE HOLZERNTE
3.3 HOLZERNTE - FOKUS BODENSCHONUNG

Punkt:

3.3.3 Praxisversuche zur forsttechnischen Befahrbarkeit des Feinerschließungssystems bei der Holzrückung
Reifen vs. Bänder – 6-Rad vs. 8-Rad – drohnenunterstützte Gassenaufnahme

Erläuterung:

Die gewünschte Effizienzsteigerung bei der Holzernte geht oft mit erhöhten Nutzlasten und Fahrzeugmassen einher. Diese Entwicklung erfordert eine fortlaufende Bewertung des Maschineneinsatzes und angemessene Berücksichtigung des vorsorgenden Bodenschutzes. Ein vorrangiges Ziel ist es dabei, die Befahrbarkeit des Feinerschließungssystems dauerhaft zu erhalten und nachteilige Auswirkungen auf den angrenzenden Bestand zu vermeiden.

In Brandenburg sind mehr als 130.000 ha aufgrund der Bodenbeschaffenheit nur eingeschränkt bis kaum befahrbar. In diesem Standortsbereich wurde die Befahrbarkeit des unbefestigten Feinerschließungssystems mit konventionellen Rückemaschinen untersucht. Ganz bewusst erfolgten dabei die Versuche bei besonders ungünstigen Witterungsverhältnissen, d.h. im Spätwinter mit Bodenwassergehalten nahe der Feldkapazität.

  1. a) Ein Vergleich unterschiedlicher Bereifungsvarianten auf einem 6-Rad-Forwarder

Technische Innovationen zur Verringerung des Kontaktflächendrucks, wie etwa neue Tragbänder oder eine breitere Bereifung, erweitern das Einsatzspektrum schwerer Forstmaschinen auf befahrungsempfindlichen Standorten.            
Unter diesem Gesichtspunkt wurden Praxisversuche durchgeführt, um die Einsatzfähigkeit von Superbreitreifen mit einer Reifenbreite von 940 mm (Firestone 54×37.00-25) zu beurteilen und den Standardreifen (Reifenbreite: 710 mm, Trelleborg 710/42-26.5 LS-2) mit und ohne zusätzlichen Tragbändern (Clark Tracks Terra-X TXL 150) gegenüberzustellen. Es wurden zwei befahrungssensible Gleystandorte geprüft, wobei Versuche mit einem 6-rädrigen Rückezug mit einer Nutzlast von 9 t (HSM 208 F 6WD) im Wald und auf angrenzenden Grünlandstandorten durchgeführt wurden.

  1. b) Ein Vergleich bauähnlicher Forwarder in 6-Rad- und 8-Rad-Ausführung

8-Rad-Forwarder gelten aufgrund der größeren Radaufstandsfläche gegenüber 6-Rad-Maschinen als bodenschonendere Alternative zum Holzrücken. Demgegenüber stehen jedoch häufig höhere Maschinenmassen sowie Anschaffungskosten.    
Beim Vergleich von zwei bauähnlichen Forwardern HSM 208 F mit 6 bzw. 8 Rädern lag der Fokus der Untersuchungen auf der nachhaltigen Nutzbarkeit der Rückegassen sowie auf unterschiedlichen Nutzlast-Szenarien (Halblast, Volllast). Zusätzlich erfolgten Versuche zum Traktionsverhalten der beiden Maschinen beim Einsatz in einer definierten Hangsituation.

  1. c) / d) Vorstellung der wissenschaftlichen Methoden und der Ergebnisse der Befahrungsversuche zur forsttechnischen Befahrbarkeit

Im Mittelpunkt der Untersuchungsmethodik steht die Quantifizierung der Oberflächenverformung, d.h. der Spureintiefung, mittels Nahbereichs-Photogrammetrie. Die hochauflösende Abbildung der Fahrspuren als 3D-Modelle wird durch einen portablen Hilfsrahmen, der über die Spurbreite einer Rückegasse installiert wird, gewährleistet. Ergänzend können Abschnitte von Rückegassen mit einer Länge von bis zu 50 m mit Hilfe eines Quadrokopters photogrammetrisch vermessen und anschließend bezüglich der Heterogenität der Rückegasse ausgewertet werden. Für die variantenbezogene Ergebnisinterpretation sind zusätzliche detaillierte und aktuelle Zustandsinformationen zum Boden notwendig. So wurden neben der Trockenrohdichte auch Parameter zum Wasser- und Lufthaushalt in verschiedenen Tiefenstufen des Mineralbodens ermittelt sowie die Scherfestigkeit und der Eindringwiderstand gemessen.

  • Superbreitreifen auf dem HSM 208 F 6WD

    Superbreitreifen auf dem HSM 208 F 6WD

  • Befahrungsversuch mit dem HSM 208 F 8WD

    Befahrungsversuch mit dem HSM 208 F 8WD

  • Messrahmen für die photogrammetrische Datenaufnahme

    Messrahmen für die photogrammetrische Datenaufnahme

  • Quadrokopter im Versuchseinsatz

    Quadrokopter im Versuchseinsatz

Das Exkursionsbild stellen vor:

FIB Finsterwalde


Landesbetrieb Forst Brandenburg (LFB)

Torsten Rakel, Maschinenhof Doberlug

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