3. Sichere und pflegliche Holzernte

3.5  Holzernte Fokus Ergonomie und Arbeitssicherheit

Punkt:

3. 5. 3

Weiterentwicklung der Sicherheitskultur zur Verbesserung der Arbeitssicherheit bei Landesforsten Rheinland-Pfalz

Erläuterung:

Vorgestellt wird die Methode „Risiko-Lerngang ®“ im Prozess „Weiterentwicklung der Sicherheitskultur“. Der Prozess erstreckt sich auf die Handlungsfelder Führung, Kommunikation, Partizipation, Unternehmens- und Fehlerkultur.

Beim „Risiko-Lerngang®“ handelt es sich um eine Kombination aus Arbeitsbeobachtung und wertschätzendem Dialog, bei der der Fokus zunächst auf den sicheren Handlungen und Zuständen liegt, die den beobachteten Forstwirtinnen und Forstwirten als Arbeitsplatz-expertinnen und –experten rückgemeldet werden. Zu unsicheren Handlungen und Zuständen werden deren Beweggründe erfragt und gemeinsam Lösungen erarbeitet.

Es brauchte eine neue Sicht und eine veränderte Haltung auf den bzw. zum Themenkomplex Arbeitssicherheit, da die Unfallzahlen bei Landesforsten Rheinland-Pfalz um das Jahr 2009 sich auf einem unakzeptabel hohen Niveau bewegten. Kontrollorientierte Strategien, die das Problem der Komplexität durch vermehrte Regulierung und Technisierung („Mehr desselben“) lösen sollen, brachten keinen nennenswerten Mehrwert mehr, sondern führten zu einer Stagnation der Unfallzahlen. Mit der Bildung einer Verantwortungsgemeinschaft Arbeitssicherheit rückten die folgenden Ziele in den Mittelpunkt: Reduktion unsicherer Handlungen und Zustände, die Vision einer unfallfreien Zukunft mit der Haltung bzw. dem Ziel gemeinsam 100% sichere Handlungen und Zustände zu erreichen, Sicherheit gehört auf Platz 1 und damit zu den wichtigsten Führungsaufgaben und muss für alle Mitarbeitenden täglich sicht- und erlebbar sein. Sicheres Handeln und sichere Zustände werden im Dialog positiv verstärkt und dadurch Motivation gesteigert bzw. geschaffen. Wertschätzende, klare und faire Kommunikation zum Thema Arbeitssicherheit ist – auch bei kritischen Ansprachen – jederzeit eine Begegnung auf Augenhöhe.

Kernstück des Prozesses: Der Risiko-Lerngang®

Das Exkursionsbild stellt vor:

Vorstellung Institutionen:

Landesforsten Rheinland-Pfalz

Der Landesbetrieb Landesforsten Rheinland-Pfalz trägt Verantwortung für über 42 % der Landesfläche von Rheinland-Pfalz. Das oberste Ziel von Landesforsten ist es, den höchstmöglichen gesellschaftlichen Gesamtnutzen aller Leistungen des Waldes – sowohl für die heutige Gesellschaft als auch für künftige Generationen – erreichen zu können.

Bei der Bewirtschaftung der Wälder übernimmt der Landesbetrieb Landesforsten mit den flächendeckend organisierten 44 Gemeinschaftsforstämtern als unteren Forstbehörden und dem Kompetenzzentrum Waldtechnik Landesforsten (KWL) über die Waldbesitzarten hinweg eine wichtige Funktion und ist verlässlicher und kompetenter Partner für alle Waldbesitzend-en. Der Landesbetrieb bewirtschaftet die landeseigenen Wälder und ist Dienstleister für die Bewirtschaftung des kommunalen Waldes sowie zur Beratung und Betreuung privaten Waldeigentums. Landesforsten obliegt auch die hoheitliche Aufsicht über die Wälder in Rheinland-Pfalz. Die Zentralstelle der Forstverwaltung mit Sitz in Neustadt an der Weinstraße fungiert als forstliche Mittelbehörde und übernimmt operativ-koordinierende Aufgaben, während die Forstabteilung im Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten (MUEEF) strategisch-normativ tätig wird.

Die Bewirtschaftung erfolgt in 405 Forstrevieren (Stand 31.12.2018). In 320 Revieren üben staatliche Bedienstete die Revierleitung aus, davon sind 26 Reviere reine Privatwald-betreuungsreviere. 85 Forstreviere werden von körperschaftlichen Bediensteten geleitet. Die durchschnittliche Größe der Forstreviere mit staatlicher Revierleitung liegt bei 1.534 ha reduzierter Holzbodenfläche. In den Forstämtern, in denen das Konzept der zentralen Steuerung der technischen Produktion (TP-Konzept) angewendet wird, beträgt die durchschnittliche Reviergröße 1.607 ha reduzierter Holzbodenfläche. Landesforsten beschäftigt darüber hinaus um die 500 Forstwirtinnen und Forstwirte, die in TP-Strukturen in teilautonomen Arbeitsgruppen organisiert sind.

Insbesondere im Staatswald ist es erklärtes Ziel, dass Arbeitssicherheit höchste Priorität genießt, damit menschliches Leid abgewendet werden kann und alle Mitarbeitenden zu jedem Zeitpunkt sicher und unversehrt den Arbeitsplatz Wald verlassen können.

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