4. OVERHEADTHEMEN
Sprengtechnik in der Forstwirtschaft

Punkt:

4.1 a Anlage von Feuchtbiotopen mittels Sprengtechnik
Herstellen von Wasserflächen als Biotope zur Verbesserung des Gesamtlebensraums Wald

Erläuterung:

Während das Sprengen noch vor 30 bis 40 Jahren keine Seltenheit in der Forstwirtschaft war, kommen Sprengungen im Wald mittlerweile kaum noch vor. Dabei bietet gerade die Sprengtechnik viele interessante Anwendungsmöglichkeiten in der Forstwirtschaft sowie im Natur- und Umweltschutz. Im Rahmen der KWF-Tagung 2020 sollen das Anlegen von Biotopen und das Sichern von Habitatbäumen vorgestellt werden. Auch ist das Sprengen von Sturmholz bzw. geschädigten Bäumen in Steilhängen durchaus als Alternative zu Arbeiten mit der Motorsäge zu sehen. Alle hier genannten Sprengverfahren können durch die Fachgruppen Sprengen des Technischen Hilfswerks sowohl im Rahmen von Ausbildungsmaßnahmen wie auch Einsätzen durchgeführt werden.

a Anlage von Feuchtbiotopen mittels Sprengtechnik

Zur Herstellung von Feuchtbiotopen ist so gut wie immer der Einsatz von Maschinen nötig. Das ausgehobene Erdreich muss abtransportiert und die Flächen, auf denen gearbeitet wurde, müssen renaturiert werden. Der Einsatz von Sprengstoffen bietet hier eine kostengünstige und effektive Alternative.

Zum Erstellen von Biotopen werden Sprenglöcher in das Erdreich eingebracht, ggf. gegen Zusammenbrechen gesichert und mit Sprengstoff geladen. Durch eine unterschiedlich tiefe Ladungsanbringung können in den zukünftigen Biotopen Tief- und Flachwasserzonen herausgearbeitet werden, je nach Bedarf der Lebewesen, die sich hier ansiedeln sollen. Ein gern gesehener Nebeneffekt ist die Bodenverdichtung unter dem Biotop, wodurch häufig auf künstliche Abdichtmaßnahmen wie Lehmauflagen o.ä. verzichtet werden kann.

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4_4_vollrath_sprengung_ABB2_nachher_fti_5_19

Bildbeschreibung

Anlage einer Gewässerfläche in der Nähe von Hünxe, einmal vor der Sprengung und zum zweiten wenige Tage nach der Sprengung. Wie man erkennen kann hat sich das durch die Sprengung entstandene Loch bereits zum Teil mit Wasser gefüllt

Punkt:

4.1 b Fällung von Problembäumen mittels Sprengtechnik

Eine weitere Anwendung der Sprengtechnik ist der Erhalt von Habitatbäumen bzw. das Fällen geschädigter Bäume. Die Sprengtechnik wird von verschiedenen Forstbetrieben und auch vom Naturschutzbund Deutschland gerne genutzt, um Habitatbäume zu erhalten. Durch das hohe Gewicht der Baumkronen, gerade bei Laubbäumen, brechen die abgestorbenen Bäume am Boden ab und werden von Tieren nicht mehr im gewünschten Umfang als Lebensräume angenommen. Um das Abbrechen zu verhindern und somit die Standzeiten des Totholzes zu verlängern, wird die Baumkrone abgesprengt, so dass nur noch der Stammtorso stehen bleibt. Gerade im Bereich von Wanderwegen ist dieses Verfahren wegen der teilweise vorhandenen Verkehrssicherungspflicht der Forstbehörden regelmäßig gefragt. Auf der einen Seite werden die Gefahren für die Nutzer von Forstwegen und –straßen minimiert bzw. beseitigt und auf der anderen Seite werden Habitatbäume erhalten und Anschauungsobjekte für den Lebensraum Wald geschaffen.

Auch bei geschädigten Bäumen bietet sich der Einsatz von Sprengstoffen an. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass bei Fällarbeiten Totholz abbricht und den Sägeführer gefährdet. Die Trockenheit im letzten Jahr und das damit verbundene Absterben gerade von Buchen hat aktuell zu vermehrten Anfragen zum Thema „Sprengen von Bäumen“ geführt. Der Vorteil hierbei ist, dass zum Zeitpunkt der Zündung und somit zum Zeitpunkt, an dem der Baum in Bewegung gerät, keine Personen im Gefahrenbereich sind und niemand durch herabstürzendes Totholz gefährdet wird.

Buche nach der Sprengung der Krone

Buche nach der Sprengung der Krone

Das Exkursionsbild stellen vor:

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